Volendamer Bürgermeister mit den Händen in den Haaren
Volendamer Bürgermeister mit den Händen in den Haaren
Bürgermeister Hans Bulte von Edam/Volendam will, "zum Beispiel durch einen Haartest", untersuchen lassen, wie es mit dem Gebrauch von harten Drogen unter der Jugend von Volendam gestellt ist. In Volendam wurde mit Erstaunen reagiert. "Ich denke nicht, dass dies durchführbar ist", sagt Jaap Schilder, Direktor der Stiftung Klub- und Gemeindehauswerk. "Die jungen Leuten werden nicht so gerne an der Untersuchung mitwirken und man kann sie nicht verpflichten, ein paar Haare abzugeben." Letzeres wird von haarlemer Pressestaatsanwalt Ed Hartjes bestätigt, der sagt, das eine Haaruntersuchung nur auf freiwilliger Basis geschehen kann. Auch wenn es gelingt, die jungen Volendamer dazu zu bewegen Haare abzugeben, fragt sich Schilder dennoch, was die Gemeinschaft damit erreicht. "Dann hat man eine Zahl, das ist alles."
Der Bürgermeister sagte gestern im Radio Noord-Holland, dass ihm erzählt wurden das man aufgrund einer Haaruntersuchung feststellen kann, ob jemand Kokain gebraucht. Für die Untersuchung ist aber ein Büschel Haare nötig, sagt man im Niederländischen Forensischen Institut in Rijswijk. "Ein Haar langt nicht", so ein Sprecher. "Je nach Länge des abgeschnittenen Stückes, kann der Gebrauch über einen längeren Zeitraum festgestellt werden. Ein Zentimeter steht für einen Monat. Das wird auch beim Sport gemacht. Zur Dopingkontrolle. Aber es ist eine ziemlich aufwendige Methode." Die Polizei hat im Juni, Juli und August Untersuchungen zum Drogengebrauch in Volendam durchgeführt. Junge Leute erklärtem, dass die Hälfte bis zu achtzig Prozent von ihnen harte Drogen nimmt. Bürgermeister Bulte will wissen, ob sie recht haben, oder ob es eine "Räuberpistole" ist. Er hat genug "vom Spekulieren über den Drogengebrauch in Volendam".
Piet Reijers von Recht door Zee (lokale polit. Partei, Übers.), die drei Stimmen im Gemeinderat haben, bekommt bei der Idee, dass die Jugendlichen durch einen Haartest beweisen sollen, dass sie keine Drogen nehmen, ein "unheimliches Gefühl". Er unterschätzt nicht das Drogenproblem, sagt er, und fürchtet selbst, das es nicht auszurotten ist. Aber er hält es für Zeit, die Eltern auf ihre Verantwortung hinzuweisen. "Ihr Alkoholkonsum ist extrem hoch. Die Älteren geben also den Jüngeren ein sehr schlechtes Beispiel." Auch Reijers kann sich vorstellen, dass sich die jungen Leute nicht auf ihren Drogengebrauch von Älteren ansprechen lassen, "die sich am Wochenende mit Alkohol volllaufen lassen".